Wie kam ich zum 305 ?

ab erstem Peugeot

1969 kaufte ich den ersten Peugeot, einen 404 und war von da an ein begeisterter Fahrer dieser Marke. Es folgten im Laufe der Jahre je eine **204 Limousine**, ein 204 Break und eine **504 L Limousine**. Auf der Rückkehr aus dem Urlaub in Österreich gab der 504 seinen Geist auf, die Abschleppwerkstatt hatte eine Peugeot-Vertretung und einen zwei Jahre alten 305 SR auf dem Hof. Mit dem setzten wir die Reise fort, bis mir 1988 ein 305 S5 angeboten wurde. Da der Wagen damals noch nicht 8000 km gelaufen hatte und der Preis stimmte nahm ich das Angebot an.

305-Umriss

Wenige Jahre später fuhr mir ein Audi hinten drauf und mit der Versicherung gab es Differenzen über die Nutzungsentschädigung. Seit der Zeit versuchte ich festzustellen, was für ein Fahrzeug ich da hatte, und diese Nachforschungen hielten weiter an.
Sie führten letzten Endes dazu, dass ich mir eine Clubheimat suchte, aber nichts in näherer Umgebung fand.
Clubheimat


Aber

Was für ein Fahrzeug habe ich denn da erworben?

1977 wurde der 305 in der ersten Serie vorgestellt und nach erheblicher Modifizierung des Vorderwagens (auf der Basis des Versuchsfahrzeugs "VERA" ((Sprache auf der Seite wählbar)-s.auch Heft 13 mot-das Autojournal-, eine Studie mit dem Zweck der Verbrauchsminderung) nach den Werksferien 1982 als Modell 1983 in der Serie II weiter gebaut.

1981 wurde der Motor XU5S entwickelt und fand unter anderem Verwendung in verschiedenen Stärken im 305 GT, 305 Automatic und 305 S5. Aus knapp 1600 ccm wurden bei diesen Modellen 90 Ps (66 kW) entwickelt und beschleunigen den Wagen bis zu 170 Km/h.

Mein Auto ist ein S5, eine Sonderausführung, die mit dem XUS5 Motor in einer GR-Karosserie gbaut wurde. Manche Leute sagen, S stehe für Sport und 5 für das 5-Gang-Getriebe. Auf dieser Seite sind die technischen Daten aufgeführt.

Zwischenzeitlich habe ich erfahren, dass von diesem Typ (beim KBA Flensburg als 475 bezeichnet) ca. 7350 Fahrzeuge, davon ca. 3700 in der Ausführung als S 5 gebaut und etwa 1350 mal in Deutschland verkauft wurden. Überwiegende Kunden sollen amerikanische Soldaten gewesen sein. Somit müssen die übrigen 3650 Fahrzeuge des KBA-Typ 475 GT und Automatic sein.

Zum Stichtag 1.1.2012 waren noch 13 zugelassene 305 S5, GT und Automatic in der o.a. Ausführung beim KBA mit Dauerkennzeichen bzw. Saisonzulassung registriert. Nicht erfast sind unangemeldete Fahrzeuge, die auf eine Zulassung warten bzw. nur mit Kurzkennzeichen gefahren werden.

Über Ausstattungsdetails fand ich ein altes Preisschild, das ich nachgeschrieben habe und das auf der Seite Prospekte - Sondermodelle zu finden ist.


Und nun der zweite, "Simba - der weiße Löwe"

Vor einigen Jahren lief mir ein weißer 305-Automatik über den Weg und ich habe ihn als Teileträger erworben, ein Wiederaufbau scheint sich aber zu lohnen. Nach rund 6 1/2 Jahren Standzeit habe ich mich im letzten Sommer verstärkt um die Wiederbelebung dieses Autos gekümmert. Es wurde vom Verkäufer benannt, dass der Wagen schwer anspringen soll. Beim einfahren in die Garage war es zu merken, dass der Anlasser schwer durchzog. Batterie ansehen und festgestellt, das diese fast trocken stand, war schon mal eine Erklärung. Nachdem ich den Luftfilter öffnete und mir eine Art Bärenpelz entgegenkam, war klar, dass hier wohl die nächste Ursache zu suchen war.

Inzwischen hatte ich den Akku ausgebaut, das Akkutrageblech entfernt und somit Zugang zum Getriebe. Auch das musste von außen gereinigt werden, die Kontaktstecker für die Anlass-Sperre und Rückfahrscheinwerfer lagen offen und waren auch verdreckt. Hier ein wenig putzen und eine Kappe aufsetzen, den Bowdenzug für die Schaltvorgänge fetten und die Zündanlage säubern und neue Kerzen montieren. Etwas Caramba in die Zylinder, den Motor mit dem Anlasser ein wenig durchdrehen lassen um Öldruck aufzubauen und mit den neuen Kerzen anlassen. Das sollte eigentlich funktionieren. Die eingebaute Alarmanlage wollte nun aber erst einmal wieder montiert sein. Dann orgelte der Anlasser und nichts geschah. Um der neuen Batterie eine Erholungspause zu geben, wurde die Aktion abgebrochen und auf den folgenden Tag verlegt.

Am nächsten Tag versuchte ich den Motor zu starten und war erstaunt, wie schnell er sich zu Wort meldete. Kurzer Anlauf, dann ging er wieder aus. Mit einem neuen Versuch war nun aber jede Sorge vorbei, der Motor hatte wohl zunächst noch nicht genug Benzin bekommen. Jetzt lief er ohne Probleme, eine Besichtigung des Ansaugweges zeigte dann aber, dass die Benzinleitung porös war. Neue Leitung eingesetzt und nun sollte das Fahren beginnen.

90 Ps sind eine ordentliche Motorleistung und das Auto bewegte sich rückwärts aus der Garage, es ging etwas schwerfällig, die hinteren Bremsen saßen fest. Die Handbremse war alle Jahre nicht angezogen gewesen, aber wie sich später herausstellte waren die Radbremszylinder festgegammelt. Hintere Räder aufgebockt auf Rangierräder eines Abschleppers und auf der Pritsche ging es in die Werkstatt.

 Dort wurden die notwendigen Arbeiten in Auftrag gegeben: Der Seniorchef hatte in den letzten Jahren mehrere Oldtimer aufgearbeitet und war begeistert von dem guten Zustand des Fahrzeugs.

Bremsen hinten instandsetzen. Bremsen vorne prüfen und gegebenenfalls erneuern. (Beim Automatik-Auto sind m.E. ordentliche Bremsen lebensnotwendig). Zahnriemen und Wasserpumpe erneuern, alle Flüssigkeiten - Motoröl, Bremsflüssigkeit, Kühlmittel - erneuern. Hydrauliköl für das automatische Getriebe und für die Servolenkung prüfen. Und dann Vorstellung beim TÜV. Uns das Auto zulassen auf die schon vorbestellte Nummer, die genau sagt, wie das Auto heißt. P305.

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Treffen in Holland 2007